Reiseziel: Vestlandet (Fjordnorwegen)
Ryfylkevegen - Hardangerfjord - Husedalen - Nærøyfjord - Nigardsbreen - Geirangerfjord - Gaularfjell
Karte der Reiseroute
Reisezeit: 21.-29. Mai 2016
Reiseart: Car Camping
Anreise: Anfahrt mit eigenem PKW zum Fährhafen Hirtshals 🇩🇰, von dort mit der Schnellfähre der Fjord Line nach Kristiansand 🇳🇴, gleicher Weg zurück.
Fährzeiten... Samstag 21. Mai:   🇩🇰 Hirtshals    ab 18:00   →  🇳🇴 Kristiansand   an 20:15
Sonntag 29. Mai:   🇳🇴 Kristiansand   ab 08:30   →  🇩🇰 Hirtshals    an 10:45
Reisestrecke: 1.968 km in Norwegen
 
(Tag 1) Høgsfjorden - Überfahrt nach Jorpeland
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Die Tourplanung für diesen Norwegen-Trip begann zu Jahresanfang getrieben von der Sehnsucht kurzer grauer Tage nach Sommer, Sonne und Natur ... und Norwegen. Meine Reisezeit wollte ich wieder vor die Sommersonnwende legen, in jene Zeit von Mitte Mai bis Mitte Juni, in der der Winter endgültig auf Frühling dreht und das Klima in Westnorwegen mit Blick auf langjährige Wetterbeobachtungen sich meist von seiner freundlichsten Seite zeigt.

Es war schnell klar, dass ich die diesjährige Norwegenreise alleine antreten würde, als klassisches Car-Camping mit Zelt und PKW. Diese Art des Reisens hat für mich speziell in Norwegen den Reiz des unmittelbaren körperlichen Naturerlebnisses in einer grandiosen Naturlandschaft. Zelten an einem der grandiosen Fjorde, ein unersetzbares Erlebnis! Gleichzeitig schont diese Reisegestaltung im eher hochpreisigen Norwegen die Urlaubskasse.

Etwa einen Monat vor Reisebeginn entdeckte ich dann im Apple Store eine 🇳🇴 Sprach-App mit Namen nemo, die unter anderem auch einen Audio-Trainer für Norwegisch anbot. Das war genau was ich suchte: ein Trainer für Vokabeln und Aussprache für den Einstieg in die norwegische Sprache, um zumindest ein paar Brocken der Landessprache verstehen und anwenden zu können. Auf der anstehenden Reise würde ich die Fahrzeiten perfekt nutzen können, um mir per Freisprechanlage erste Norwegisch-Kenntnisse aneignen zu können.

Tipps zur Planung...
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Reisezeit: Das Klima im westlichen Teil Norwegens ist bestimmt durch den angrenzenden Atlantik. Feuchte Luftmassen 🌧 regnen als Steigungsregen an der Luv-Seite entlang des westlichen Gebirgssockels Norwegens ab. Während im Sommer häufig Tiefdruckgebiete aus westlicher und südwestlicher Richtung feuchte Luft heranführen (Jahresniederschlagsmenge Bergen: 2250mm), bestimmt in den Monaten April-Mai (mitunter auch bis Mitte Juni) oft trockene polare Luft ☀ das Wettergeschehen an der Westküste. Über Jahreszeiten und Klima Norwegens finden Sie mehr unter www.visitnorway.de/../jahreszeiten-klima>.

Anreise: Für die Anreise mit Auto nach Hirtshals sollten Sie aus der Mitte Deutschlands 🇩🇪 einen ganzen Tag einrechnen. Die Strecke für die einfache Fahrt aus dem Raum Köln liegt bei knapp 1.000 km. Für mich waren eine späte Fähre ab Hirtshals und eine frühe zurück nach Hirtshals ideal, wobei ich die jeweils erste und letzte Übernachtung in Norwegen in der Nähe von Kristiansand einplante.

Fähre: Eine Übersicht der wichtigsten Fährverbindungen 🚢 nach Norwegen finden Sie unter www.faehren-norwegen.de. Es empfiehlt sich in jedem Fall die Wahl der Fährverbindung und der Reederei individuell gegen mögliche zusätzliche Kosten für Zwischenübernachtungen oder kleinere Reiseabstecher abzuwägen. Die Wahl unterschiedlicher Fährhäfen für Hin- und Rückreise kann außerdem für eine abwechslungsreichere Reiseplanung von Vorteil sein.

Übernachtung: In Norwegen gilt für die offene Natur das "Allemannsretten" (dt. Jedermannsrecht). Es gestattet Bewegungsfreiheit für Jedermann auf „nicht eingezäuntem" will heißen nicht bewirtschaftetem Land. Mehr dazu unter www.norway.com/../jedermannsrecht. Dazu zählt auch das Zelten in freier Wildbahn. Dennoch schlage ich mein Zelt in Norwegen meist auf einem Campingplatz 🏕 auf und kann dies auch empfehlen: zum einen liegen die meisten Zeltplätze ohnehin in sehr schöner Natur, zum anderen bieten ihre meist gut ausgestatteten sanitären Anlagen entsprechenden Reisekomfort. Eine große Übersicht an Campingplätzen finden Sie im Camping in Norwegen oder im ADAC Campingführer. Bei sehr ungemütlicher Witterung ⛈ verfügen die meisten Campingplätze auch über Hütten (no. Hytter) in unterschiedlichen Größen und Komfortklassen als Ausweichquartier. Ich habe mich bereits vor Reiseantritt bei den geplanten Campingplätzen angemeldet, obwohl dies außerhalb der Hauptsaison (Mitte Juni bis Ende Juli) meist nicht wirklich erforderlich ist.

zum Einlesen: Wer zum ersten Mal nach Norwegen reist, sollte in jedem Fall für die Reiseplanung einen guten Reiseführer 📖 zu Rate ziehen. Reiseführer zu Norwegen finden sich in der Regel vielfältig und gut sortiert. Gut gefällt mir hier das DuMont Reise-Handbuch Norwegen von Michael Möbius und Annette Ster.

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21. Mai 2016 (Tag 0) 🇩🇪 Anreise nach Norwegen 🇳🇴 (🚘 954km + 81km)

Nachdem ich am Vorabend meinen Ford Galaxy fertig gepackt hatte, ging es um 06:00 früh am Samstagmorgen auf meine 954 km lange Anfahrt nach Hirtshals, wo ich rechtzeitig gegen 16:00 am Fähranleger der Fjord Line aufschlug. Noch bei Sonnenschein gestartet, fuhr ich ab Hamburg in eine Regenfront, die sich weiter nach Norden zu einem anhaltenden Landregen 🌧 entwickelte, ...

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Wegweiser Kristiansand ...der erst an meinem zweiten Tourtag in Norwegen wieder sonnigem Wetter weichen sollte. Während der langen Fahrt war mir meine neue Sprach-App eine willkommene Unterhaltung und Abwechslung. Meine Freisprechanlage trainierte mit mir ganz nebenbei meinen ersten Grundwortschatz auf Norwegisch. Dies sollte sich auf allen Fahrten in Norwegen so fortsetzen.

Unsere Schnellfähre 🚢 legte pünktlich ab und nach kurzer Überfahrt über den Skagerrak rollte ich -in strömendem Regen- in Kristiansand auf norwegisches Festland. Noch 81 km über die E39 (diverse Radarfallen!) Richtung Westen und ich erreichte mein erstes Nachtquartier Lindesnes Camping gegen 22:00. Dieser kleine idyllisch in den Schären gelegene Campingplatz 🏕liegt unweit des Leuchtturms Lindesnes Fyr am südlichsten Festlandspunkt Norwegens. Ich hatte bereits auf meiner Norwegentour 2013 hier übernachtet und mich daher auch dieses Mal gerne wieder beim Betreiber des Platzes Tore Gabrielsens zur ersten Übernachtung angemeldet 📧.

Glücklicherweise hatte der Regen eine Willkommens-Pause eingelegt, was den Zeltaufbau und ein spätes Abendessen unter meinem Tarp wesentlich angenehmer gestaltete. Ich hatte mir das Tarp neu für diesen Urlaub zugelegt, es sollte sich schon am nächsten Morgen als vorteilhafte Investition herausstellen. Es war bereits nach Mitternacht, als ich in mein Zelt kroch und schnell in tiefen Schlaf fiel.

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22. Mai 2016 (Tag 1) Lindesnes - Preikestolen, im Dauerregen 🌧 (🚘 205km)   Karte der Reiseroute

Lindesnes Camping 🏕 -E39 - Flekkefjord - Høgsfjord - Jørpeland - Preikestolen Camping 🏕

Mein Schön-Wetter-Plan für den ersten Tag in Norwegen war spätestens gegen 09:00 Uhr auf der Halbinsel Lindesnes aufzubrechen, um bei nachlassendem Besucherandrang am späten Nachmittag noch die berühmte Felskanzel Preikestolen zu erwandern und hoch über dem Lysefjord die Abendstimmung erleben zu dürfen.
Stattdessen regnete es die ganze Nacht über weiter...

hier weiterlesen... Wegweiser Kristiansand

... und die -über mein Smart Phone stets aktuelle- Vorschau des norwegischen Regenradars machte diesen Plan zunichte. Ich beschloss, den Tag zunächst gemächlich und mit einem ausgiebigen Frühstück anzugehen und war sehr froh, bei meiner Ankunft am Vorabend mir die Zeit genommen zu haben, mein Tarp aufzurichten: so saß ich bei frischem Rührei, knusprigem Bacon, einem reichhaltigen Müsli und einem wohltuenden heißen Kaffee unter meinem Tarp im Trockenen, während es um mich herum weiter fröhlich vor sich hin nieselte.

Erst gegen Mittag machte ich mich dann auf den Weg entlang der E39 über Flekkefjord bis Ålgård, dann über die Staatsstraßen (Riksvei) 45 und 508 bis zum Fährableger nach Lauvvik. Dort setzte ich mit der Fähre über den Høgsfjord in Richtung Jørpeland über, um nach nur wenigen Kilometern entlang der E13 zum Preikestolen abzubiegen.

Leider war die norwegische Wettervorhersage zuverlässig. Auf der gesamten Strecke fuhr ich durch Dauerregen und tiefhängende Wolken, erst als ich an meinem Tagesziel Preikestolen Camping einbog, ließ das Nass von oben für ein paar Stunden nach, sodass auch heute der Zeltaufbau im Trockenen stattfinden konnte.

Die Wolken hingen weiter derart tief, dass ich nach den Preikestolen-Erfahrungen unserer Norwegentour 2013 von einem Aufstieg absah. Damals befand sich bei ähnlichen Wetterbedingungen die 600m hoch gelegene Felskanzel komplett in den Wolken. Statt das traumhafte Panorama über den Lysefjord genießen zu können blieben wir bei Sichtweiten um die 50m von Regennebeln umschlossen.

So ging ich nach einer herrlicher heißen Dusche also früh zu Bett und stellte mir den Handywecker auf 05:00 Uhr, um mit ein bisschen Glück am frühen Morgen des nächsten Tages -dann bei hoffentlich besserem Wetter und vor dem großen Touristenrummel- doch noch dieses Natur-Highlight erleben zu können. (Anmerkung: Der Aufstieg zum Preikestolen beginnt am großen Parkplatz an der Preikestolhytta, dieser ist über Nacht geschlossen und öffnet erst um 06:00 Uhr!)

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23. Mai 2016 (Tag 2) Camping Preikestolen - Kinsarvik (🚘 240km)   Karte der Reiseroute

Preikestolen Camping 🏕 - E13 Ryfylkevegen - Røldal - Låtefoss- Sørfjord - Kinsarvik Camping 🏕 - Wasserfälle im Husedalen

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Mein Handywecker meldete sich pünktlich um 05:00 Uhr. Ein erster Blick aus dem warmen Schlafsack durch einen Zeltspalt nach draußen und ein zweiter auf meine Wetter Apps verhießen für die nächsten Stunden allerdings keine wirkliche Wetterbesserung. Von Norden war zwar schöneres Wetter angesagt, aber heute würde sich der Preikestolen wohl noch nicht aus den Wolken bewegen. So gönnte ich mir eine weitere Mütze Schlaf und beschloss, nach einem gutem Frühstück meine Tour Richtung Sonne fortzusetzen. Vielleicht ergäbe sich ja auf meinem Rückweg nochmal die Gelegenheit, die spektakuläre Felskanzel zu besteigen...

hier weiterlesen... Hjelmeland

Für die Fahrt nach Norden wählte ich eine der schönsten Panoramastraßen Norwegens den Ryfylkevegen, der mich bereits bei meiner Norwegentour 2013 begeisterte. Die Strecke führt durch eine abwechslungsreiche Landschaft und pendelt mehrfach zwischen malerisch gelegenen fjordähnlichen Seen (Vatnet) und tief ins Land eingeschnittenen Fjorden hin und her. Wie versprochen riss die Wolkendecke bereits im Hjelmeland auf und ich setzte bei strahlendem Sonnenschein per Fähre über den Garsundfjord nach Nesvik über, um die an Aussichtspunkten reiche und wenig befahrene Strecke in Richtung Røldal fortzusetzen. Røldal liegt am Südwestrand der Fjell-Hochfläche Hardangervidda am Kreuzungspunkt zweier Handelswege und ist bekannt für seine Stabkirche aus dem 13. Jh. mit ihrem Anfang des 19. Jh. nach alten Vorlagen neu ausgemalten Innenraum.

Über das Røldalsfjellet ging meine Fahrt weiter nach Norden, natürlich Låtefoss nicht ohne kurz hinter Skare an einem weiteren Natur-Highlight dem Låtefoss einen Halt einzulegen. Entlang des zwischen dem mächtigen Gletscherrücken der Folgefonn-Halbinsel und der Hardangervidda auf 50km Länge tief ins Land eingeschnitten Sørfjords erreichte ich am späten Nachmittag mein heutiges Etappenziel Kinsarvik.

Der sehr schön gelegene Platz Kinsarvik Camping war mir bei meiner Tourplanung aufgefallen. Als ich ankam - es war ein Montag in der Nebensaison- hatte ich freie Platzwahl und schlug Zelt und Tarp folglich in der ersten Reihe mit freiem Blick über die Fjordlandschaft auf. Kinsarvik Camping Vor Kinsarvik treffen sich Sørfjord, Eidfjord und Utnefjord, allesamt tief in den norwegischen Festlandsockel hineinreichende Ausläufer des fast 170km langen Hardangerfjords, der hier mit 725m auch seine tiefste Stelle erreicht.

Kinsarvik ist mit seiner Lage am nordwestlichen Rand der Hardangervidda aber auch beliebter Start- und Endpunkt für mehrtätige Fjellquerungen. Der Einstieg erfolgt durch das Husedalen, in dem die Schmelzwässer der Hochgebirgsregion eine Kaskade von vier übereinanderliegenden imposanten Wasserfällen speisen. Den Aufstieg zu diesen Wasserfällen hatte ich mir -es war Ende Mai und die Nächte wurde kaum mehr richtig dunkel- für den heutigen Abend vorgenommen.

Meinen Aufstieg im Tal der Wasserfälle Nykkjesøyfossen begann ich gegen 18:00 von einem kleinen Wanderparkplatz kurz oberhalb von Kinsarvik. Flach verlief der Weg zunächst zum Wasserkraftwerk Husedal am Fußpunkt des Tveitafoss (103m), weiter über einen Fahrweg (vom Aufstieg entlang der Fallleitung rate ich ab), um dann durch den Wald oberhalb des imposanten Nyastølfoss (200m) schnell an Höhe zu gewinnen. Unterhalb der Nummer 3, dem Nykkjesøyfoss (80m) machte ich dann auf etwa 500m Höhe zu fortgeschrittener Stunde kehrt, und gab mich auf meinem Rückweg mit einem fernen Blick auf den Søtefoss (273m) zufrieden. Es war bereits nach Mitternacht, als ich nach einem beeindruckenden Tag den Reisverschluss meines Zeltes hochzog.

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24. Mai 2016 (Tag 3) Kinsarvik - Jostedal (🚘 276km)   Karte der Reiseroute

Kinsarvik Camping 🏕 - Ulvik - E13 - Voss - E16 - Stalheim - Gudvangen - Nærøyfjord - Flåm - Aurland - Læerdalstunnel - Fähre nach Kaupanger - Sogndalsfjøra - Jostedal Camping 🏕

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Heute morgen war alles anders: Ich wachte auf geweckt durch die Wärme und Helligkeit, die die Morgensonne in mein kleines zweieinhalb-Mann Zelt pumpte. Als ich den Reisverschluss meines Marmott 2P herunterzog lag vor mir eine prächtige Fjord-Kulisse unter einem wolkenlosen blauen Himmel. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste: vor mir sollten drei Traumtage liegen...

hier weiterlesen... Utvik

Die heutige Tagesetappe sollte mich vom Hardangerfjord zum Sognefjord und in zwei Landschaften des Vestlandets führen, die ich von meinen bisherigen Norwegenreisen noch nicht kannte: den Aurlandsfjord mit seinem malerischen Seitenarm Nærøyfjord und dann weiter zu meinem Tagesziel am Nigardsbreen, einem der östlichen Gletscherarme des Jostedalsbreen, dem größten Festlandgletschergebiet Norwegens.

Los ging es über die E13 in Richtung Voss entlang des Eidfjordes. Nach Überquerung der erst im August 2013 eröffneten neuen Hardangerbrücke mit einer freien Spannweite von 1.310m (die Kreisverkehre der An- und Abfahrt dabei wie kleine Kathedralen in das Felsenmassiv gesprengt) machte ich einen Abstecher in das wunderschön am Ende des gleichnamigen kleinen Fjordes gelegene Ulvik mit seinem malerischen alten Kirchplatz am Fjordufer. Über das Espelandsdalen zurück zur E13 fuhr ich weiter nach Bakka Norden, vorbei an der Stadt Voss und folgte bei Vinje der E16 weiter durch offene Landschaften Richtung Aurland.

Kurz hinter dem sonnig gelegenen Oppdalsvatnet machte ich einen Abstecher zu einem bemerkenswerten Aussichtspunkt, dem auf einem Bergvorsprung gelegenen historischen Stalheim-Hotel. Der sich hier öffnende Blick auf den Jordalshut und das Nærøydalen erinnerte mich an den weltbekannten Tunnel View im Yosemite National Park in den USA. Natürlich nahm ich anschließend die mit bis 20% Gefälle atemberaubend steile Talabfahrt über die alte Stalheimskleivi-Straße hinunter zum Talgrund, dann weiter nach Gudvangen am Nærøyfjord.

Ich ließ den Fähranleger liegen und entdeckte ein kleines Sträßchen, das mich zunächst durch einen einspurigen Tunnel und nach wenigen Kilometern zu dem kleinen Weiler Bakka am Endpunkt der Straße führen sollte. Dieses am Westufer des Nærøyfjords gelegene Fleckchen Erde hat sich mit seiner erhabenen Ruhe und Abgeschiedenheit in mitten einer majestätischen Kulisse bis heute tief Aurlandfjord in meine Erinnerung eingegraben. In jenem kleinen Kirchlein mit seinen großen sich nach beiden Seiten über das Tal öffnenden Fenstern muss es leicht sein, seinem Schöpfer zu danken. Mir ging es nicht anders.

Nach längerem Verweilen machte ich mich auf den Weg zurück und weiter über die E16 nach Aurland. Vorbei an Flåm dem touristischen Verkehrsknotenpunkt, an dem sich Flåmbahn (Panorama-Eisenbahnlinie nach Myrdal auf der Fjellhochebene) und Kreuzfahrtschiffe ein Stelldichein geben, legte ich einen kurzen Halt in Aurland ein, um die frühgotische Vangen-Steinkirche aus dem 13. Jh. zu bewundern.

Die Panorama-Passstraße über den Aurlandsfjellet lag leider noch unter Wintersperre, sodass ich gezwungen war, den Lærdalstunnelen (bis heute mit 24,5km längster Straßentunnel der Welt!) zu nehmen, um dann hinter Lærdalsøyri mit der Fähre Richtung Kaupanger Kaupanger über den Sognefjord überzusetzen. In Sogndal verließ ich den Sognefjord auf der Staatsstraße 55 Richtung Norden durch eine liebliche Landschaft mit vielen schönen Ausblicken, um bei Gaupne am Lustrafjord das Jostedalen zu meinem Tagesziel am Nigardsbreen hinaufzufahren.

Es war schon 20:00, die Sonne begann bereits, den Platz in Schatten zu legen, als ich mein nächstes Nachtquartier Jostedals Camping erreichte und gerade noch die sympathische Eigentümerin antraf. Seit Beginn dieser Reise versuchte ich meine auf jeder Fahrt trainierten norwegischen Vokabeln anzuwenden, doch hier nach vier Tagen gelang es mir erstmals, die Begrüßung -natürlich etwas holprig- so doch fast komplett auf Norwegisch zu gestalten, Wow! war das ein Gefühl! Ich war heute doppelt angekommen.

Dieser phantastische Tag war lang geworden und hatte Hunger hinterlassen, außerdem kühlte es -wohl aufgrund der Gletschernähe- rasch ab. Also warf ich meinen Propangasbrenner schneller als sonst für ein leckeres Abendessen an und kroch wenig später müde und zufrieden in meinen Schlafsack.


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25. Mai 2016 (Tag 4) Jostedal - Geiranger (🚘 280km)   Karte der Reiseroute

Jostedal Camping 🏕 - Nigardsbreen - Lustrafjord - S50 - Sognefjell - Lom - E15 - Grotli - S63 - Dalsnibba - Geiranger - Geirangerfjorden Feriesenter 🏕

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Der nächste Morgen begrüßte mich erneut mit Kaiserwetter und die zu dieser Jahreszeit bereits früh hoch stehende Sonne erwärmte schnell die verbliebene Frische der kalten Nacht. Heute wollte ich zum Nigardsbreen, einer Gletscherzunge des Jostedalsbreen, der mit über 100km Länge und bis zu 500m dickem Eispanzer nicht nur Norwegens sondern ganz Europas größter Plateaugletscher ist. Von hier, zu meinem nächsten Etappenziel Geiranger am nördlichen Ende dieser Gletscherlandschaft wären es Luftlinie nur knapp unter 50km gewesen. Aber der kürzeste Weg mit dem Auto war, der Unzugänglichkeit dieser Urlandschaft geschuldet, mehr als fünf Mal so weit! Allerdings waren die Schönheiten entlang des Weges bei solch strahlendem Wetter jeden Kilometer dieses "Umweges" wert...

hier weiterlesen... Jostedalen-Breheimsentert

Auf dem Parkplatz des Jostedalen-Breheimsenteret herrschte gähnende Leere, als ich meinen Ford Galaxy dort abstellte, um entlang des 1,5km langen Schmelzwassersees zum Gletscherabbruch zu wandern. Aus der Ferne noch eher beschaulich, offenbarte der Gletscher aus der Nähe seine beeindruckende Mächtigkeit. In strahlendem, bläulich schimmernden Weiß erhob sich das Eis in Blöcken, Pfeilern und Spalten über mir. An seinem Fuß entsprang ein kleiner kristallklarer Gletscherbach. Stefan vor Nigardsbreen Das Wetter wäre perfekt gewesen für eine geführte Wanderungen auf und über den Gletscher, aber leider blieb dafür heute keine Zeit.

Es war um die Mittagszeit, die Sonne stand in ihrem höchsten Punkt, als ich mich wieder auf den Weg das Jostedal hinab machte, um am Lustrafjord angekommen, nun links abzubiegen und die Panoramastraße S55 nach Lom zu nehmen. Sie führt in engen Kurven am Ende des Lustrafjord hinauf auf den 1.400m hohen Sognefjell, der zu dieser Jahreszeit -die Passstraße war wohl erst seit kurzem wieder geöffnet- noch tief im Schnee lag. Rechts und links der Straße türmten sich bis zu 5m hohe Schneewände auf und am höchsten Punkt angekommen erwartete mich ein atemberaubendes Panorama in die vor mir liegenden Bergriesen Jotunheimens. Ich war hier oben fast allein, nur selten kam ein anderes Fahrzeug vorbei, und Sognefjell so legte ich mich zum Sonnenbaden (Sonnenmilch Faktor 50!) auf meiner reflektierenden Zeltunterlage auf ein Stück schneefreie Böschung. Obwohl die Lufttemperatur im Schatten gerade mal +6°C betrug, war es unter der gleißender Sonne selbst im Hemd und kurzen Ärmeln wohlig warm. Ich fiel kurzer Hand in einen Mittagsschlaf, aus dem ich erst nach einer Stunde wieder aufwachen sollte.

Es fiel mir schwer, diesen befreienden Ort zu verlassen, aber vor mir lag noch ein gutes Stück Weg hinunter nach Lom zurück in das Grün des Frühlings und dann über die E15 weiter das Ottadalen wieder hinauf in Richtung Geiranger. In Lom traf ich kurz nach 18:00 Uhr leider wenige Minuten zu spät ein, gerne hätte ich mir die beeindruckende Stabkirche auch von Innen angesehen. Dalsnibba Wohnmobile Die Fahrt nach Westen auf der E15 ging flott voran und führte zurück in den Winter. (Hier durften teilweise sogar außergewöhnliche 100km/h gefahren werden.) An Grotli vorbei erreichte ich kurz vor der kurvenreichen Talabfahrt nach Geiranger die am Djupvatnet auf 1.030m Meereshöhe gelegene Djupvasshytta. Rechts ab geht es hier über eine gebührenpflichtige Privatstraße auf die 1.500m hoch gelegene Dalsnibba. Bei schönem Wetter bietet sich hier ein sagenhafter Rundumblick: nach Norden hinunter zum Geirangerfjord (Europas höchstem Fjordblick von einer Straße aus), nach Süden in die Schneeberge des Strynefjells. Den großen im Sommer gut frequentierten Parkplatz am höchsten Punkt Geiranger mit Dalsnibba teilte ich mir heute fast alleine mit zwei verloren wirkenden Wohnmobilen.

Ein recht kalter Nordwind und die schon länger werdenden Schatten im tief eingeschnittenen Tal des Geirangerfjordes ließen mich nach nur kurzem Aufenthalt die 17km Abfahrt hinunter nach Geiranger antreten. Geplant war eine Übernachtung am Ufer des Geirangerfjord Zelt Geirangerfjordes und tatsächlich hatte ich Glück, mein Zelt im Geirangefjorden Feriesenter am Ostufer unmittelbar am Wasser aufschlagen zu können. Mit den letzten Sonnenstrahlen, die den Talboden noch erreichten bereitete ich mir dort mein Abendessen zu und genoss die Abendstimmung am Fjord einmal ohne jedes Kreuzfahrtschiff.


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26. Mai 2016 (Tag 5) Geiranger - Førde (🚘 170km)   Karte der Reiseroute

Geirangerfjorden Feriesenter 🏕 - Hjelle - Strynsvatnet - Innvikfjorden - Jølstravatnet - Førde 🏠

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Die Nacht war kalt. Dafür aber entschädigte der erste Blick aus meinem Zelt auf den von der Morgensonne gefluteten Geirangerfjord. Heute würde ich einen Familientag in Førde einlegen. Eine Tante 2. Grades meiner Frau, die vor vielen Jahren nach Norwegen geheiratet hatte, lebt dort mit ihrem Lebensgefährten, ich freue mich immer, sie wieder zu sehen. Den Weg nach Førde war ich auf unsere ersten Norwegenreise 2011 bereits gefahren, allerdings in umgekehrter Richtung...

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Wie ich am Vortag gekommen war, ging es zuerst wieder den Berg hinauf, Geirangerfjord vaus der Adlerkurve am Djupavatnet vorbei, um kurz danach wieder auf die E15 rechts abzubiegen und in den ersten Tunnel des Helårsveien hinein- und zum malerischen Strynsvatnet hinunterzufahren. (Die von Grotli abbiegende spektakuläre Schotterstraße über den Strynsfjell lag leider noch unter Wintersperre und tiefem Schnee).

Da ich gut in der Zeit lag, stattete ich dem kleinen etwas ab der Hauptstraße malerisch am Strynsvatnet gelegenen Ferienörtchen Hjelle einen Besuch ab. Der See lag in der ruhigen Morgenluft vor mir wie ein Spiegel, in dem die umliegenden Bergketten ein zweites Mal tief in das regungslose Wasser eintauchten.

Bei Stryn am Innvikfjorden, dem weitesten Ausläufer des Nordfjorden verließ ich die E15 und fuhr über Olden, Utvik und Skei nach Süden und gelangte am Jølstravatnet entlang am frühen Nachmittag nach Førde. Unser Wiedersehen war sehr herzlich und der Abend wurde lang. Auch die Geduld und Unterstützung meiner Gastgeber bei meinen weiteren sprachlichen Versuchen auf Norwegisch waren großartig.


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27. Mai 2016 (Tag 6) Førde - Kinsarvik (🚘 229km)   Karte der Reiseroute

Førde 🏠 - Gaularfjellet - Fähre über den Sognefjord - Fridtjov-Denkmal in Vansgnes - Stavkirke Hopperstadt - Vikafjellet - Tvinnefoss - Kinsarvik Camping 🏕

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Meinen heutigen Rückweg in den Süden hatte ich ursprünglich über einen Abstecher nach Bergen, weiter zurück zum Hardangerfjord und über die Folgefonn-Halbinsel bis nach Odda am Sørfjord geplant. Auf Empfehlung meiner Verwandten in Førde -und da ich Bergen schon auf unserer ersten Norwegenreise 2011 kennengelernt hatte- änderte ich kurzerhand meinen Tourplan und entschied, die Route über den Gaularfjell Richtung Balestrand am Sognefjord zu nehmen und das an der Strecke liegende Fridtjov-Denkmal und die Stavkirke zu Hopperstadt zu besuchen. Nach einem ausgiebigen norwegischen Frühstück im sonnigen Garten meiner Gastgeber in Førde machte ich mich wieder auf die Reise, es sollte mich ein weiterer Traumtag erwarten...

hier weiterlesen... Fossestien

Wenige Kilometer hinter Førde bog ich rechts auf die S13 Richtung Balestrand am Sognefjord ab. Durch eine sonnendurchflutete Landschaft ging es an Seen, Wasserfällen und schneebedeckten Bergspitzen über 50km langsam dem Gaularfjell entgegen. Vor dem Anstieg zur Passhöhe ging die Fahrt vorbei an einer Reihe von Wasserfällen, an einem -dem Likeholfossen- legte ich einen längeren Halt ein. Er liegt am Fossestien (dt. Pfad der Wasserfälle), einem Wanderweg, der über 21km vom Wanderparkplatz Eldal aus, vorbei an nicht weniger als 14 größeren Wasserfällen und 7 Seen über einen Höhenunterschied von 500m entlang des Flusses Gaula auf den Gaularfjell führt. Diese Wanderung würde ich auf einer meiner zukünftigen Norwegenreisen sicher einmal gehen!

Wenig später erreichte ich die schneebedeckten Höhen des Gaularfjells. Fridthov Der auf der Passhöhe auf 715m über dem Meeresspiegel gelegene Nystølsvatnet war noch komplett zugefroren. Vor der serpentinenreichen Talabfahrt hinunter zum Sognefjord erreichte ich eine neue touristische Attraktion der Region, die architektonisch bemerkenswerte Aussichtsplattform Utsikten (dt. die Aussicht). Die gleich einem Adlerhorst hoch über dem Talabgrund den Blick in die Bergwelt der Gaular-Region öffnende Aussichtkanzel wurde nur wenige Tage später für Besucher eröffnet. Danach ging es hinunter zum Fähranleger Dragsvik am Nordufer des Sognefjords, von wo ich mit der Fähre über Hella wieder an das Südufer des längsten Fjords Norwegens nach Vansgnes übersetzte.

In diesem kleinen Ort hat der dt. Kaiser Wilhelm II, ein bekanntermaßen großer Norwegen-Liebhaber, vor über hundert Jahren den Norwegern die Fridthovstatuen gestiftet, eine 14t schwere und 12m hohe Bronze-Plastik des Berliner Künstlers Max Unger. Die dem legendären Wikingerführer aus der mittelalterlichen Fridthov-Sage gewidmete Statue wurde am 31.07.1913 durch den dt. Kaiser im Beisein des norwegischen Königs Haakon VII vor einer wahrlich heldenhaften Kulisse über dem Sognefjord feierlich eingeweiht.

Nur wenige Kilometer weiter bei Vik wollte ich eine viel ältere historische Sehenswürdigkeit besichtigen, die Stavkirke zu Hopperstad. Erbaut um 1140 ist sie eine der ältesten von nur noch 28 erhaltenen Stabkirchen Norwegens und hat mich in ihrer Innenraum Stavkirke Hopperstad monumentalen Höhe, baulichen Komplexität aber auch mit ihrem aufwendig gestalteten Innenraum mit drei Altären sehr beeindruckt.

Innenraum Hove Steinkirke Weniger bekannt besuchte ich nur einige 100m Luftlinie entfernt (ebenfalls ein Tipp aus Førde) die um das Jahr 1170 in romanischem Stil erbaute Hove Steinkirke. Sie ist das älteste Steingebäude der Provinz Sogn og Fjordane und eines der ältesten erhaltenen Gebäude Norwegens überhaupt.

Weiter nach Süden ging meine Fahrt die S13 hinauf über die noch vollständig schneebedeckte Hochfläche des Vikafjellet, die sich in blendend gleißendem Licht vor mir öffnete. An einem ansonsten tiefblauen Himmel kündigten erste im Süden auftauchende Wolken an, dass das Wetter wohl nicht so bleiben würde. Leider führte mich mein Weg genau dorthin zurück. Abschied vom Hardangerfjord Bei Vinje traf ich wieder auf die E16 und nahm nach einem kurzen Halt am Tvinnefossen -auf gleichem Weg wie ich 3 Tage zuvor nach Norden steuerte- nun Kurs südwärts zurück nach Kinsarvik. Der dortige Campingplatz hatte mir so gut gefallen, dass ich beschloss, auch auf meinem Rückweg hier zu übernachten.

In der wärmenden Spätnachmittagssonne ließ ich die zurückliegenden Tage nochmal an mir vorüberziehen und nahm gemeinsam mit der untergehenden Abendsonne über dem Hardangerfjord einen ersten Abschied von dieser wunderbaren Zeit.


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28. Mai 2016 (Tag 7) Kinsarvik - Årossanden, im Dauerregen 🌧 (🚘 469km)   Karte der Reiseroute

Kinsarvik Camping 🏕 - 2h Straßensperrung 🚧 - Røldal - Jørpeland - Flekkefjord - Årossanden Camping 🏕

An diesem Morgen wollte ich früh aufbrechen. Einerseits, weil heute eine besonders lange Rückfahrt anstand, zum anderen hatte ich immer noch die stille Hoffnung, unterwegs den auf der Hinfahrt ausgelassenen Preikestolen doch noch erklimmen zu können. Doch es sah dafür nicht gut aus, über Nacht war der Himmel zugezogen...

hier weiterlesen... Straßensperre

Kaum war ich gestartet, wurde meine Weiterfahrt zudem nach nur wenigen Kilometern auf der schmalen Straße nach Odda jäh gestoppt: Vollsperrung wegen Hangarbeiten, Regen Windschutzscheibe offensichtlich soeben eingerichtet. Das war Pech. Erst nach über zweieinhalb Stunden ging es -mittlerweile hatte Regen eingesetzt- wieder weiter, aber aus dem Preikestolen würde wohl auch dieses Mal nichts werden.

Der Rest der heutigen Tour bis an die Südküste bei Mandal ist schnell erzählt: Dauerregen und tiefhängende Wolken, die die Schönheit der Landschaft heute nicht freigeben wollten. Im Jørpeland angekommen war klar, der Preikestolen war heute nicht nur ein zeitliches Problem: auf der Überfahrt zurück über den Høgsfjord lag auch die gesamte Landschaft um den Lysefjord in Wolken. Also hieß es weiterfahren, dem Skagerrak entgegen.

An der Südküste riss der Himmel dann wieder auf bei Mandal und ich erreichte mein Tagesziel Årossanden Camping bei Søgne trocken und in Sonnenschein. Leider war der Campingplatz des Åros Feriesenter, den ich im Internet gefunden hatte, enttäuschend. Da ich früh am nächsten Morgen am Fährableger sein musste, hatte ich ihn aufgrund seiner Lage (nur wenige Fahrminuten vor Kristiansand) ausgewählt. Årossanden Obwohl schön zwischen den Schären gelegen, war die Anlage -zumindest als ich da war- sehr ungepflegt. Beim nächsten Mal würde ich für einen der zahlreichen besseren Campingplätze an der Südküste wohl auch eine etwas längere Anfahrt nach Kristiansand in Kauf nehmen.


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29. Mai 2016 (Tag 8) Årossanden - über Kristiansand zurück - Heimfahrt(🚘 18km + 954km)

In der Nacht fiel kein Regen und ich konnte nach einem letzten ausgiebigen Frühstück auf dieser Norwegenreise mein Zelt früh morgens im Trockenen abbauen. Nach kurzer Fahrt erreichte ich an diesem Sonntagmorgen pünktlich den Fährableger der Fjord Line. Um 08:30 legten wir in Kristiansand ab...

hier weiterlesen... Hafen Kristiansand

...um gegen 11:00 auf der dänischen Seite in Hirtshals wieder an Land zu gehen. Bis zur dänisch-deutschen Grenze bei Flensburg war die Fahrt zunächst problemlos, dann aber ging ab Hamburg fast nichts mehr. Es war das Ende eines langen Wochenendes, das offensichtlich viele für einen Kurzurlaub genutzt hatten und die sich nun mit mir durch kilometerlange Staus und Umwege quälten. Erst spät gegen 23:00 kam ich wieder zuhause in Hennef an.


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Was bleibt:
Obwohl -gemessen in Tagen- für Norwegen relativ kurz (die meisten Norwegenliebhaber würden sagen zu kurz), bleibt mir diese Allein-Reise nachhaltig in Erinnerung: Das Wetter zeigte sich an den meisten Tagen von seiner sonnigsten Seite, etwas eingerahmt von An- und Abreise im Regen, aber darauf muss man in Norwegen eingestellt sein. Entlang einer eindrucksvollen Reiseroute erlebte ich wieder einmal die atemberaubende Kulisse Fjord-Norwegens. Traumhafte Landschaftsbildern und Aussichten hinterließen mir bleibende Eindrücke. Mit dem Auto selbst durch Norwegen zu reisen ist Teil der Landschaftserfahrung und großes Naturkino. Eine Woche mit mir alleine unterwegs zu sein war nie langweilig und offenbarte mir eine Lebensbalance, die ich so in meiner gewohnten Lebenssphäre lange nicht mehr erlebt hatte.

Ganz nebenbei erweiterte ich auf dieser Reise meinen erst wenige Wochen zuvor begonnenen Anfängersprachschatz von unter 200 auf über 700 gesprochene norwegische Worte und Ausdrücke. Dank meiner Sprach-App nemo (meine Empfehlung: 👍👍👍), die über viele gefahrene Kilometer -quasi animiert- mit mir per Freisprechanlage Bedeutung und Aussprache einübte, sodass ich den zwar noch begrenzten Wortschatz bereits ein um das andere Mal im Land einsetzen konnte. Im Nachgang dieser Reise besuchte ich seither mehrere Norwegisch-Sprachkurse an der VHS Bonn und kann inzwischen einfache norwegische Texte lesen, sprechen und verstehen. Auch das gehört zu meinem nachhaltigen Eindruck dieser Norwegen-Tour 2016.

Norwegen wird mir Leidenschaft und Sehnsucht bleiben!

23.11.2017, Stefan Immerschitt